Die fünfjährige Tochter meines Mannes hatte seit ihrem Einzug bei uns kaum etwas gegessen.

Die fünfjährige Tochter meines Mannes hatte seit ihrem Einzug bei uns kaum etwas gegessen. „Tut mir leid, Mama … ich habe keinen Hunger“, wiederholte sie Abend für Abend. Ihr Teller blieb immer unberührt. Mein Mann sagte nur: „Sie wird sich schon daran gewöhnen.“ Doch eines Abends, als er auf Geschäftsreise war, sagte sie zu mir: „Mama … ich muss dir etwas sagen.“ Sobald ich ihre Worte hörte, rief ich sofort die Polizei.

Als ich Javier heiratete und mit ihm nach Valencia zog, kam seine fünfjährige Tochter Lucía dauerhaft zu uns. Sie war ein schüchternes Mädchen mit großen, dunklen Augen, die alles mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht zu beobachten schienen. Vom ersten Tag an fiel mir etwas Seltsames auf: Sie aß nie etwas.

Ich würde Omeletts, gebackenen Reis, Linsen, Kroketten zubereiten – Gerichte, die jedes Kind normalerweise mit Begeisterung essen würde. Aber sie würde nur ihre Gabel bewegen, den Blick senken und murmeln:

„Tut mir leid, Mama… ich habe keinen Hunger.“

Dieses Wort – Mama – überraschte mich jedes Mal; es war süß, aber es barg eine versteckte Bedeutung. Ich lächelte sie an, versuchte, sie nicht unter Druck zu setzen, und bemühte mich, eine sichere Umgebung zu schaffen. Doch die Situation blieb unverändert. Ihr Teller blieb Abend für Abend unberührt, und das Einzige, was sie morgens zu sich nahm, war ein Glas Milch.

Ich habe mehrmals mit Javier gesprochen.

„Javi, irgendetwas stimmt nicht. Es ist nicht normal, dass sie gar nichts isst. Sie ist viel zu dünn“, sagte ich ihm eines Abends.

Er seufzte, als hätte er dieses Gespräch schon viel zu oft geführt.

„Sie wird sich daran gewöhnen. Bei ihrer leiblichen Mutter war es schlimmer. Gib ihr Zeit.“

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