Die Hochzeit deiner Schwester ist für dich tabu.

Komm nicht zurück, bevor du nicht gelernt hast, dich normal zu verhalten.

Ich schaltete mein Handy aus, bestieg das Flugzeug und ließ meine Familie zurück, noch bevor meine Schwester ihr Eheversprechen ausgesprochen hatte.

Kanada hat mich nicht in einer Woche geheilt, so wie mein Vater es mir prophezeit hatte. Der erste Monat in Vancouver war brutal. Ich mietete eine winzige Souterrainwohnung, schlief mit halb gepacktem Koffer und weinte jedes Mal, wenn ich mit einem Fremden sprechen musste. Ich hatte Panikattacken in Apotheken, Banken, im Einwanderungsamt und einmal sogar in einem Supermarkt, weil ein Mann hinter mir seufzte, als ich zu lange brauchte, um mich zu bewegen. Aber zum ersten Mal in meinem Leben kannte mich in dieser Stadt niemand als die Schande für die Familie. Ich war einfach nur eine Frau, die versuchte, wieder zu sich zu finden und sich etwas Eigenes aufzubauen.

Ich behielt meinen Fernbuchhaltungsvertrag, verdiente mir abends freiberufliche Buchhaltungsarbeit und begann eine professionelle Therapie, anstatt mich wie bisher mit den stillen Bewältigungsstrategien zu behelfen. Meine Therapeutin, Dr. Levin, behandelte mich nicht, als wäre ich kaputt oder lästig. Sie behandelte mich, als wäre ich verletzt – und fähig zu heilen. Dieser Unterschied veränderte alles.

Nach sechs Monaten schlug sie mir vor, einer kleinen Selbsthilfegruppe für Angstpatienten beizutreten. Ich wollte fast ablehnen. An dem Abend, als ich mich schließlich dazu durchringen wollte, hinzugehen, setzte ich mich so nah wie möglich an die Tür, damit ich notfalls gehen konnte. Dort lernte ich Daniel Mercer kennen.

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